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Denken verbraucht das Gehirn

10.07.2016

Warum fällt uns Veränderung so schwer? Und das, obwohl wir uns in vielen größeren Betrieben und Kanzleien eine Unzahl von Gewohnheiten und Management-Marotten zugelegt haben, die uns als Beobachter oder Mitarbeiter nur noch den Kopf schütteln lassen. Auch kleinere Unternehmen werden insbesondere seitens ihrer Hausbanken mit einigen dieser Gepflogenheiten konfrontiert. Und das alles, weil es ein verbreitetes Verständnis darüber gibt, was man in der heutigen Zeit in einer Firma gemeinhin tun müsse, um erfolgreich zu sein.

Die Managementvordenker unserer Zeit analysieren die systemischen Missstände und raten zur Umkehr. Und obwohl wir ihnen insgeheim Recht geben, tut sich...? Nichts, genau. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass sie nur verschiedene Systeme miteinander vergleichen: Die vorherrschende Realität mit ihrem Ansatz, wie es viel besser ginge. Toll, denken wir sehnsüchtig, das wäre - verglichen mit heute - wirklich das Paradies. Aber die entscheidende Frage beantworten sie nicht: Wie kommen wir von der gewohnten, ebenso verbreiteten wie verqueren Art, in Firmen, Kanzleien und Praxen miteinander umzugehen, zum jeweiligen Zielzustand? Und vor allem: Wer fängt an?

Die nächstliegende Antwort: Der Chef. Aber wie sieht es um ihn herum aus? Was erwarten seine (Mit-) Eigentümer, Aufsichtsräte, Mitarbeiter, Unternehmerkollegen und Banker von ihm? Auch er ist am Ende Teil eines Interessengeflechtes, das es ihm nicht leicht macht, von heute auf Morgen gegen den Strom zu schwimmen, ohne aus Sicht seiner Stakeholder seine Glaubwürdigkeit oder gar die Sicherheit der Firma zu gefährden.

Wenn wir also nicht darauf warten wollen, dass plötzlich eine neue paradiesische Managementwelle über uns kommt oder unser Chef in Bermuda-Shorts vor die Belegschaft tritt und Handstand macht, was können wir dann tun? Eigentlich nur eins: Anfangen. Und zwar nicht damit, zur Verwunderung unserer Kollegen von neuen Systemen zu schwärmen und ihnen Tipps zu geben, wie sie sich ab sofort zu verhalten hätten, sondern unser eigenes Arbeitsverhalten zu verändern und als Vorbild sie neugierig zu machen.

Denn unser Arbeitsverhalten ist das einzige, das wir zu 100% unter Kontrolle haben. Zumindest theoretisch. Und doch scheuen wir den ersten Schritt. Selbst wenn wir unzufrieden sind und uns Veränderungen wünschen, verkünden wir, "das mache ich, wenn ich Zeit dafür finde." Oder: "Das mache ich ordentlich und nehme mir richtig Zeit dafür." Derartige Aussagen sind tödliche Hürden für jede Veränderung. Denn solange wir uns - mit Trilliarden von Anforderungen und Impulsen bombardiert - im Sumpf unserer Gewohnheiten treiben lassen, werden wir wohl kaum Zeit finden, uns mal ordentlich Zeit zu nehmen.

Vielleicht scheuen wir die Anstrengung, die mit der erforderlichen Portion Denkarbeit verbunden ist.Weil wir uns sorgen, wir könnten mit Denken unser Gehirn verbrauchen, wie ein Graffiti in Bamberg scherzhaft tiefgründig behauptet?


Graffiti, Im Domgrund, Bamberg

Bleibt als ernsthaftes Hemmnis nur die Angst, unseren perfektionistischen Ansprüchen an uns selbst nicht gerecht zu werden. Sie können wir beherrschen, indem wir uns nur kleine Freiräume nehmen und erste Dinge verändern, und zwar jetzt und heute. Eine einzelne Idee umsetzen und in unser Arbeitsverhalten integrieren, um dann, vom Erfolg bestärkt, die nächste Kleinigkeit anzugehen.

Vielleicht fürchten wir uns ja auch davor, mit unserer Verhaltensänderung Sicherheit aufzugeben, in unserem Umfeld Konflikte zu erzeugen oder gar zum Außenseiter zu werden. Das kann schon sein, aber es muss uns klar sein, dass wir die Vorteile unseres unbewusst-konformistischen Verhaltens mit unserer Arbeitszufriedenheit bezahlen. Fangen wir doch einfach mal an und probieren was Neues aus. Vielleicht finden unsere Kollegen und Chefs es ganz toll, dass wir plötzlich verlässlich gute Ergebnisse produzieren, und eifern uns nach.

In unseren Tagestrainings sowie im Buch Denkarbeit vermitteln wir viele dieser Ideen, die sich mühelos umsetzen lassen.

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