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Jens Büscher und Jörg Högemann im Interview mit Discover Germany

02.03.2017

Pünktlich zur CeBIT 2017 hat Discover Germany ein Interview zu den Herausforderungen der Digitalisierung mit Jens Büscher von amagno und Jörg Högemann von einfach.effizient. geführt.

1. Was bedeutet die Digitalisierung für den klassischen Arbeitsplatz im Büro?

Jens Büscher: Digitalisierung bedeutet im Büro nicht einfach die Existenz eines PC. Stellen Sie sich die Digitalisierung bildlich vor: Alle Dateien, Belege, Emails eines Unternehmens befinden sich zentral sicher digital aufbewahrt und zeigen sich auf einem Gerät (PC, Tablet, etc.) ebenso bildlich und bedienbar, wie das analoge Blatt Papier, aber jetzt Interaktiv. Ich tippe auf meinem digitalen Blatt auf eine Auftragsnummer und alle passenden Dokumente werden in Sekunden angezeigt. Mühsame Ablage und Ordnerstrukturen sind Geschichte. Das interaktive digitale Dokument ist die nächste logische Evolutionsstufe nach der Erfindung des Papiers.

Jörg Högemann: Was ist der klassische Arbeitsplatz? (mit einem Zwinkern). Den klassischen Arbeitsplatz gibt es heute nicht mehr. Durch das Voranschreiten der Digitalisierung in den letzten Jahren haben sich die Arbeitsplätze in Bürobereichen gewandelt. In manchen Unternehmen radikal durch einen vollautomatischen digitalen Prozess, der den klassischen Arbeitsplatz abgelöst hat, in anderen Unternehmen oder Behörden in geringerem Umfang. Insgesamt bedeutet die Digitalisierung für den Arbeitsplatz im Büro, dass es heute deutlich mehr Möglichkeiten gibt, Dinge effizienter und schneller zu erledigen und somit Doppelarbeit, Fehler und Liegezeiten deutlich zu reduzieren. Was häufig nicht gesehen oder thematisiert wird sind die Nebeneffekte eines unbedachten Umgangs mit der Digitalisierung: Teilautomatisierte Prozesse, die durch Überraschungen ins Stocken kommen, zu viele parallele Kanäle, die zu Aufmerksamkeitsdefiziten bei Mitarbeitern führen und der Nachbau komplizierter Papierprozesse in Systemen, was wieder zu "Verschwendung" führt. Daher gilt es bei der Digitalisierung strategisch vorzugehen.

2. Müssen Arbeitnehmer Angst haben ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder überfordert zu werden?

Jörg Högemann: Wenn bei der Digitalisierung strategisch vorgegangen wird, brauchen die Mitarbeiter absolut keine Angst haben! Mit dem Fortschritt verbunden ist immer die Versuchung, alle wiederkehrenden Aufgaben so zu organisieren, dass Überraschungen ausgeschlossen und sie von Maschinen geleistet werden können. Im Wettbewerb wird uns nichts übrig bleiben, als diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen. Dafür entstehen aber neue Arbeitsplätze, an denen diese Systeme entwickelt und administriert werden. Insgesamt wird die verbliebene Arbeit vielfältiger. Ob das mehr oder weniger Arbeit als heute sein wird, hängt vornehmlich davon ab, wie wir jede sich bietende Möglichkeit nutzen, unsere Wettbewerbsfähigkeit im zunehmend globalen Wettbewerb zu verbessern.

Jens Büscher: Angst ist der größte Feind der Digitalisierung. Diese muss durch Anwenderfreundlichkeit und spürbare Mehrwerte für jeden Mitarbeiter beseitigt werden, was uns sehr gut gelingt. Nur digitalisierte Unternehmen verbleiben im Markt. Digitalisierung sichert also Arbeitsplätze.

3. Gibt es im deutschen Mittelstand noch Potential für die Digitalisierung der alltäglichen Geschäftsprozesse?

Jörg Högemann: Der deutsche Mittelstand ist gerade erst gestartet oder steht teilweise noch in den Startlöchern! Wollen Unternehmen auch in Zukunft bestehen, werden sie in der Lage sein müssen, zwei bisher grundsätzlich gegensätzliche Stärken zu vereinen: Zum einen wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren/digitalisieren Zum anderen werden sie beim übrigbleibenden Teil der Arbeit der Zukunft, der aus variierenden und einmaligen Aufgaben bestehen wird, auf Flexibilität, Ideenfindung, Problemlösungsfähigkeit, Zusammenarbeit und Vertrauen angewiesen sein.

Jens Büscher: Ein enormes Potential für die Unternehmen. Man geht davon aus, dass erst ca. 10% des Mittelstands digitale Geschäftsprozesse einsetzen. Digitale Geschäftsprozesse beschleunigen die Performance in Unternehmen und sorgen für Transparenz, Qualität und Rechtssicherheit. Beeindruckend sind die finanziellen Vorteile: Alleine der Umstieg auf einen digitalen Rechnungseingang mit Validierungs- und Freigabeprozessen inkl. automatischer Verbuchung in der Finanzbuchhaltung spart oft 50% der bisherigen Kosten inkl. konsequenter Ausschöpfung des Skonto.

4. Sind Unternehmen sorgfältig genug bei der Vernetzung zwischen Produktion und Verwaltung oder entstehen hier auch bei der Digitalisierung gern parallele Strukturen?

Jens Büscher: Es sollte nicht zu parallelen Strukturen kommen. Nur so gelingt eine saubere Digitalisierung mit seinen Mehrwerten. Daher ist es relevant, die Digitalisierung auf allen Ebenen zu planen und sich auch externe Unterstützung für die Begleitung zu suchen.

Jörg Högemann: Die Unterscheidung in Produktion und Verwaltung ist in Zukunft nicht mehr relevant. Vielmehr geht es um die Unterscheidung wiederkehrender Aufgaben, die wir egal wo automatisieren können und werden, und variierende Aufgaben, die weiterhin von Menschen geleistet werden und bei denen es organisatorischer Lösungen bedarf, die mit Neuartigkeit und Überraschungen effizient umgehen können.

5. Was erwartet uns in fünf Jahren?

Jörg Högemann: Neue Geschäftsmodelle, mehr vollautomatisierte Prozesse und erste Ansätze der Revolution der Arbeitswelt, der Prinzipien der Führung und Zusammenarbeit. Die Unternehmen, die jetzt die richtigen Weichen stellen, werden in diesem Umfeld erfolgreich sein!

Jens Büscher: In 5 Jahren sehen wir durchgängige digitale Arbeitsplätze ohne Papier, unabhängig von Gerät, Ort und Zeit sowie unternehmensübergreifende digitale Geschäftsprozesse für die motivierte moderne Mitarbeitergeneration. Wir sehen aber auch etablierte Unternehmen, die den Tipping Point zur digitalen Realität mit den entsprechenden dramatischen Folgen verpassen.

Finden Sie das gesamte Interview hier.

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