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Extrawurst - Fluch und Segen kleiner Betriebe

06.03.2017

Das Internet mit all seinen Inhalten, Stimmen und Bewertungen verschafft uns ein klares Bild davon, was Weltklasse ist. Und weil wir uns konsequent daran orientieren, unsere eigenen Erfahrungen mit aller Welt teilen und obendrein einkaufen können, wann und was wir wollen, sind wir als Konsumenten inzwischen ganz schön anspruchsvoll geworden.

Selbst da, wo es uns nicht so wichtig ist, wo wir nur reibungslose Einkaufserlebnisse suchen und durchschnittliche Produkte von großen Anbietern kaufen, schauen wir nach und fahren am Ende dorthin, wo die Preise am niedrigsten sind.

Bei Dingen, die uns ein echtes Anliegen sind, suchen wir Außergewöhnliches (z.B. die lokale Spezialität aus dem letzten Urlaub) oder schlichtweg Exzellenz. Wir googeln die Grundlagen und stellen dann unsere mitunter vertrackten Fragen echten Könnern. Nicht solchen, die technische Daten herunterbeten oder vergleichen können. Sondern solchen, die uns sagen, welche Erfahrungen sie persönlich gemacht haben, was womit wie kombinierbar ist oder wie sie das Produkt auf unsere persönlichen Verhältnisse anpassen können. Für Profis, die uns mit unserer perfekten Lösung helfen, sind wir heute durchaus bereit, 50 km mehr zu fahren oder auch mehr zu bezahlen.

Im Umkehrschluss können Betriebe nur mit günstigen Produkten in großen Stückzahlen oder mit den besten Produkten bzw. der Erfüllung von Extrawünschen erfolgreich sein. Gerade kleinere Betriebe gehen mangels Masse den zweiten Weg. Sie tun es meist, weil es irgendwann mal verlangt wurde und funktioniert hat. Aber sie versäumen, sich konsequent um diese Stärke zu organisieren.

Das erkennen wir daran, dass diese Betriebe weiter von Zettel und Kugelschreiber dominiert werden und auf die allermeisten Möglichkeiten der Automatisierung verzichten. An den üblichen Pannen: Da ist etwas durchgegangen oder Dinge dauern Wochen, weil gerade so viel zu tun ist. Und wir erkennen es am Hadern mit Wochenendarbeit und Überraschungen, an Klagen wie "...dann fällt den Kunden das gerade ein und muss sofort sein..." Oder: "Dann sitzen wir alle gerade beim Abendessen, da bekommen wir einen Anruf aus Berlin, ob wir nicht noch vor dem Wochenende Ware schicken können. Nur weil es denen gerade in dem Moment einfällt..."

Toll, oder? Gibt es eine schönere Bestätigung für unser Tun, als dass ein Kunde knapp 500 km entfernt am Abend an uns denkt? Von den Unternehmern wird das zuallererst als zusätzliche Belastung wahrgenommen. Das ist schade, denn sie sprechen über den dicksten Ast, auf dem sie sitzen. Wenn sie weiterhin überleben wollen, müssen sie sich voll und ganz um den Kunden und seine Extrawürste organisieren, ohne ihre persönliche Belastung weiter zu erhöhen. Zum anderen müssen sie Wege suchen, ihren lokalen Vorsprung gegenüber den Großen zu halten. Denn diese werden sich immer weiter heranrobben: Räumlich näherkommen, ihr Einkaufserlebnis weiter ausfeilen, Produkte erlebbarer machen, Lieferzeiten weiter verkürzen und ihre eigenen "Beratungsleistungen" über Konfiguratoren und Simulatoren ausbauen. Die Zahl derer, denen das reicht, wird mit jedem ihrer Schritte weiter wachsen.

Am Ende wird der Erfolg kleiner Betriebe davon abhängen, ob der Unternehmer bereit ist, die Hände ein stückweit aus der Tagesarbeit zu nehmen und gemeinsam mit seinem Betriebsberater, der sich mit Exzellenz und Überraschungsgeschäft auskennt, die erforderlichen Veränderungen anzugehen.

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