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Autopilot aus

27.04.2016

Wir haben schon in früheren Beiträgen auf die Bedeutung bewussten Handelns hingewiesen. Es ist die entscheidende Grundvoraussetzung, wollen wir Denkarbeit nachhaltig effizient und mit hoher Qualität erledigen.

Unser Gehirn schaltet unter bekannten Umständen in den Autopilotmodus, eigentlich eine sehr hilfreiche Fähigkeit, die uns Unmengen an Denkenergie spart. Gefährlicherweise beginnen wir gerade unsere (Arbeits-)tage im höchsten Grade ritualisiert, beim Duschen, Zähneputzen, Frühstücken und auf dem Weg zu Arbeit geht alles seinen gewohnten Gang, nach Möglichkeit zur selben Minute. Damit haben wir unserem Autopiloten bereits unbemerkt das Kommando übergeben, bevor wir an unserem Arbeitsplatz eintreffen.

Hier warten dann regelmäßig Arbeitsrückstände oder Terminstress auf uns, sie verleiten uns, direkt - und ohne über Los zu gehen - mit der Arbeit zu beginnen. Wir schnappen uns die scheinbar allerdringlichste Aufgabe und legen mit besten Absichten los. Allerdings befeuern Drucksituationen unseren Autopiloten weiter, weil wir mit seiner Hilfe automatisierte Denkergebnisse abrufen und damit deutlich schnellere Denkleistungen vollbringen können. Allerdings um den Preis, dass wir Situationen und Probleme nicht wirklich durchdenken und uns mit besorgniserregender Zuverlässigkeit in Denkfehler hineinmanövrieren. Wir treffen falsche Annahmen oder finden falsche Lösungen (beispielsweise dieselben wie beim letzten Mal, als wir eine vergleichbare Aufgabe gelöst haben).

Als weiteres Hemmnis kommt hinzu, dass die unsäglichen Aufmerksamkeitskiller unserer Zeit ebenso ständig piepen oder klingeln wie unsere Chefs, Kollegen oder Mitarbeiter - die ebenfalls im Autopilotmodus unterwegs sind - vor unserem Schreibtisch stehen und ihre eigene Denkleistung durch unseren Rat zu ersetzen versuchen. Alle diese Störungen ersticken dann die verbliebenen Reste unserer bewussten und strukturierten Denkarbeit im Keim.

Und das tägliche Murmeltier endet erst dann, wenn uns unser Partner beim Abendessen fragt, "und, Schatz, was gab es heute Neues im Büro?", wir überrascht aufschauen, weil wir uns nicht wirklich an die Details des Tages erinnern können und merken, es wird Zeit, den Autopiloten für heute abzuschalten.

Grundsätzlich lohnt es sich immer, übers Denken nachzudenken. Und zwar vorher. Zu Beginn unseres Arbeitstages und zu Beginn einer jeden Aufgabe. Und beim Denken ungestört zu sein. Was natürlich leichter gesagt ist als getan. Denn zu ungestörter Denkarbeit gehören immer zwei, der, der in Ruhe denken will, und der, der sich stören lässt....

Manchmal ist es auch erforderlich, eine Denkaufgabe bewusst für eine Zeit beiseite zu legen, damit sich unser Unterbewusstsein intensiv an ihr abarbeiten kann. Zugegeben, dann schaffen wir "weniger", werden aber mit deutlich besseren Ergebnissen belohnt.

Angenehmer Nebeneffekt: wir haben abends tatsächlich was zu erzählen...

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