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Lean Management Methoden - Eine Bestandsaufnahme

29.11.2016

Seit dem Bekanntwerden japanischer Produktionsmethoden in den westlichen Industrienationen Anfang der 90er Jahre haben sich rund um die Idee des Lean Management viele Methoden und Werkzeuge gesammelt. Sie alle haben sich irgendwie und irgendwo im Zuge von Lean Projekten bewährt und manche von ihnen stehen inzwischen in dem Ruf, zwingend dazuzugehören. Aber wie immer trübt die Vielfalt auch den Blick auf das große Ganze, wenn wir uns nach Lean Management Methoden organisieren wollen.

Eine Bestandsaufnahme beginnt damit notwendigerweise mit dem Kerngedanken des Lean Management, Verschwendung bei der betrieblichen Wertschöpfung durch die Anwendung der zentralen Prinzipien Orientierung am Kunden, Fluss, Pull und Perfektion zu vermeiden. Alle Methoden und Wege, die dem Lean Gedanken dienen, können für sich in Anspruch nehmen, Lean Management Methoden zu sein.

Wertschöpfung ist wiederum nichts anderes, als die Reihe einzelner Aufgaben oder Verrichtungen, in die unsere Gesamtaufgabe (= unser Produkt) zerfällt. Damit steht immer im Mittelpunkt, passende Antworten darauf zu finden, wer wann wie mit welchen Hilfsmitteln und Informationen mit wem und welchem Ziel und nach welchen Regeln was genau tun soll.

Sind unsere Aufgaben wiederkehrend identisch, reicht es, sie zu standardisieren, den kürzesten Weg zum Ziel zu suchen, die Reihenfolge aufzuschreiben, das Ergebnis Prozess zu nennen, ihn mit einer Software-Lösung zu automatisieren und bei Abweichungen Verbesserungsmaßnahmen festzulegen. Methoden wie Prozessstrukturanalyse, Shopfloor Management, Standardisiertes Arbeiten, Tätigkeitsstruktur- und Wertstromanalysen zielen auf diesen Teil unserer betrieblichen Aufgaben. Interessanterweise stehen sie in der Literatur der Lean Management Methoden immer im Vordergrund.

Selbst namhafte Beratungsgesellschaften erkennen inzwischen, dass ein Teil unserer Arbeit naturgemäß unberechenbar ist und damit nur eingeschränkt automatisierbar sein wird. Dort wo unsere Aufgaben mit neuen Ideen, Varianz und Überraschungen zu tun haben, dort wo Menschen mit unterschiedlichsten Erfahrungsschätzen gemeinsam unter Zeitdruck und sich verändernden Bedingungen Lösungen suchen, stehen Methoden im Vordergrund, die wir traditionell am ehesten unter dem Begriff Führung zusammenfassen würden. Da beschäftigen wir uns mit kulturellen Rahmenbedingungen, Selbstorganisation und organisatorischen Absprachen, mit Zielen, Regeln, Informieren, Arbeitsvorräten, Rollen, Planung, Priorisierung, Motivation, Selbstreflexion, Können, Flexibilität, Hilfestellung, Entscheidungen und Aufmerksamkeit.

Sofern wir darauf zielen, verschwendungsfrei im Kundeninteresse zu handeln und die Arbeit im Fluss zu halten, gibt es für diesen Teil der Lean Management Methoden noch keine etablierten Schlagwörter, abgesehen von den Schnittmengen mit Ansätzen wie Scrum, Agile oder Niels Pflägings Komplexithoden. Wir fassen sie unter dem Begriff Lean Office zusammen, denn für uns steht die kreative Denkarbeit in Büros und Verwaltungen stellvertretend für diesen veränderlichen und unberechenbaren Teil der betrieblichen Wertschöpfung.

Einsatz von Lean Management Methoden


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