DeutschEnglish

Prozessoptimierung war gestern. Heute verbessern wir unsere Wertschöpfung.

04.11.2016

Im Mittelpunkt der betrieblichen Optimierung steht regelmäßig das Vorhaben, die "Komplexität" von Prozessen zu reduzieren oder Prozesse zu optimieren. Genaugenommen ist das Bekenntnis zur Prozessoptimierung aus einem gepflegten Gespräch unter Managern überhaupt nicht mehr wegzudenken. Aber was sind eigentlich Prozesse? Zitieren wir am besten den Vordenker der 80er und 90er Jahre, Michael Porter:

"Jedes Unternehmen ist eine Ansammlung von Tätigkeiten, durch die sein Produkt entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird. All diese Tätigkeiten lassen sich in einer Wertkette darstellen."

Eine Kette aller Tätigkeiten. Na klar, das hätten wir auch so oder ähnlich gesagt. Und dennoch passt das nicht ganz zu unserem betrieblichen Erleben. Alle die, die täglich Prozesse definieren oder beschreiben, ihren Kollegen vorgeben und dafür sorgen, dass wir regelmäßig von TüV oder Dekra zertifiziert werden, wissen, dass das betriebliche Geschehen oftmals kein gerader Weg ist und Umwege, Sprünge oder Abkürzungen dazugehören.

Das liegt daran, dass das mit unseren betrieblichen Aufgaben nicht ganz so einfach ist. Es gibt kleine Aufgaben, große Aufgaben, spontane Aufgaben, geplante Aufgaben, Hauptaufgaben, Nebenaufgaben, Gesamtaufgaben, Teilaufgaben und Verrichtungen, wertschöpfende Aufgaben, nicht wertschöpfende Aufgaben, Einmalaufgaben und wiederkehrende Aufgaben. Und nicht immer lassen sich Aufgaben dauerhaft in eine festgelegte Reihenfolge bringen und präzise beschreiben.

Das funktioniert nur dort, wo Aufgaben identisch wiederkehrend sind. Und, wo eine Beschreibung überhaupt möglich ist. Wie in der Montage der Automobilisten, wo den Mitarbeitern der jeweils nächste Handgriff auf dem Bildschirm angezeigt wird. Jenseits der Handarbeit bleibt die Beschreibung naturgemäß eher grob, wie zum Beispiel "Verkaufsgespräch führen" oder "Bauteil konstruieren". Und Prozesse sind nur dort sinnvoll, wo sich Überraschungen durch organisatorische Vorkehrungen ausschließen lassen. Was überall da schwerfällt, wo der größte Überraschungsfaktor überhaupt im Spiel ist: der Mensch.

Sind unsere Produkte und Aufgaben unterschiedlich, und sei es nur in einzelnen Facetten, ist es angeraten, einen jeweils passenden und mitunter einmaligen Lösungsweg zu wählen. Das gilt auch dort, wo überraschende Ereignisse auftreten und eine Anpassung des Vorgehens erforderlich machen können. Ganz besonders da, wo Menschen zusammen Lösungen finden. Für diese Aufgaben nutzen wir besser andere Organisationsformen als Prozesse und erleichtern das reibungslose Miteinander mit Hilfe allgemeiner Regeln.

Wollen wir vermeiden, von vorn herein mit dem falschen Werkzeug zu hantieren, sollten wir uns zukünftig vornehmen, nicht Prozessoptimierung zu betreiben, sondern viel umfassender unsere betriebliche Wertschöpfung zu verbessern. Und an den Anfang unserer Aktivitäten die gründliche Analyse unserer betrieblichen Aufgabenwelt zu stellen.

Kontakt

einfach.effizient. GmbH&Co. KG
Marie-Curie-Str. 1
26129 Oldenburg (Oldb.)

Tel:      + 49 441 36116210
Fax:     + 49 441 36116214
Mob:    + 49 1525 6799349