Active Sourcing

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Active Sourcing – Direktansprache auch in Krisen erfolgversprechend

Bewerbungsverfahren haben in Zeiten von sozialen Medien eine Veränderung erfahren. Um auf Personen mit entsprechenden Kompetenzen zurückgreifen zu können, müssen Recruiter/-innen ihre Vorgehensweise anpassen. Auch in Krisenzeiten können diese erfolgreich genutzt werden.

Active Sourcing: Potenzielle Bewerbende direkt ansprechen

Personal konnte bis vor einigen Jahren erfolgreich durch in Zeitungen geschaltete Stellenanzeigen angeworben werden. Potenzielle Bewerbende durchforsteten den Stellenmarkt und reagierten auf die für sie jeweils interessanten Angebote. Oft ähneln sich die Inhalte: Es werden teamfähige, engagierte, gut ausgebildete Mitarbeitende gesucht. Unternehmen bieten typischerweise flache Hierarchien, ein tolles Team und eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Der Nachteil bei der Schaltung von Stellenanzeigen war und bleibt, dass nach der Schaltung abgewartet werden muss, ob sich geeignete Kandidierende bewerben. Personalverantwortliche nennen dies – zugegebenermaßen etwas flapsig – „post and pray“.

Einen relativ neuen Ansatz der Personalbeschaffung stellt das sogenannte „Active Sourcing“ dar. Dabei werden vom Recruiting potenzielle Bewerbende identifiziert und unternehmensseitig proaktiv angesprochen. Dies findet hauptsächlich in beruflichen sozialen Netzwerken wie XING oder LinkedIn statt.

Rund 80 % der Top-1.000-Unternehmen in Deutschland nutzen heute bereits Active Sourcing, wenn Vakanzen schwer zu besetzen sind und ca. 75 % der Unternehmen suchen direkt nach neuen Mitarbeitenden, wenn passende Kandidatinnen bzw. Kandidaten nicht gefunden werden konnten (Weitzel et al., 2019).

Aktive Suche statt Abwarten und Tee trinken

Der Vorteil des Active Sourcings ist, dass die Recruiting-Abteilung interessante Personen direkt ansprechen können und nicht hoffen müssen, dass sich die Personen selbst bewerben. Der hinterlegte Lebenslauf in den Karriere-Netzwerken ist in der Regel ein guter Indikator dafür, ob die Person zur Vakanz passt. Durch gezielte Nutzung der Features des Karriere-Netzwerks ist das Recruiting einfach umzusetzen.

In den letzten Jahren haben sich die sozialen Medien und Netzwerke als erfolgreiche Märkte für die Suche nach zukünftigem Personal erwiesen. Dringend benötigte Fachkräfte treten nicht aktiv als Bewerbende auf und können über eine Stellenanzeige kaum erreicht werden. Das gesuchte Personal ist heute nahezu täglich online in sozialen Medien aktiv, so dass dies zu einer Veränderung der Personalsuche am Arbeitsmarkt geführt hat.

Dies gilt auch in Zeiten der Corona-Krise, bei der unter anderem auf weniger Papier im Alltag gesetzt wird. Viele Menschen befinden sich gerade im Homeoffice und spüren eventuell bereits selbst die (negativen) Folgen, wie den Verlust des Arbeitsplatzes. Die (private) Nutzung von sozialen Netzwerken von überall auf der Welt ist aber weiterhin möglich. Also auch jetzt können potenzielle neue Mitarbeitende erreicht werden!

Das Vorstellungsgespräch kann dann natürlich auch örtlich und zeitlich flexibel und unabhängig voneinander durchgeführt werden.

Quellen:
Weitzel, T., Maier, C., Oehlhorn, C., Weinert, C., Wirth, J. und Laumer, S. (2019), Social Recruiting und Active Sourcing. Ausgewählte Ergebnisse der Recruiting Trends 2019, einer empirischen Unternehmens-Studie mit den Top-1.000-Unternehmen aus Deutschland sowie den Top-300-Unternehmen aus der Branche IT und der Bewerbungspraxis 2019, einer empirischen Kandidaten-Suche mit Antworten von über 3.300 Kandidaten [Internet]. Abrufbar unter: https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/wiai_lehrstuehle/isdl/Studien_2019_01_Social_Recruiting_Web.pdf [Zugegriffen 25.03.2020].

Photo by Chase Clark on Unsplash

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