Könnte Ihr Job von einem Roboter erledigt werden?

Veröffentlicht von / 26. Februar 2018 / Kategorie: Blog / Tags: , , , / Keine Kommentare

Auf der Startseite des Job Futuromats werden Sie herzlichst begrüßt mit den Worten “Könnte ein Roboter meinen Job erledigen? Finden Sie heraus, welche Tätigkeiten in Ihrem Job heute schon ein Roboter erledigen könnte.“ Das ist mal eine Ansage. Zwei Sätze lesen und Schwups habe ich Existenzängste und stelle 5 Jahre Studium in Frage. Gut, ich traue mich und gebe meine Berufsbezeichnung ein und bekomme sofort eine Reaktion. Ich werde darüber informiert das mein Arbeitsalltag aus acht verschiedenen Tätigkeiten besteht. In Ordnung, ich hätte gedacht das wären mehr. Eine davon und somit 13% könnten schon heute Roboter übernehmen, informiert mich der Job Futuromat. Puh, erstmal durchatmen und auf mich wirken lassen. Also meine Miete kann ich weiterhin bezahlen. Ich scrolle weiter auf der Seite und werde darüber informiert das maximal 30% meiner Tätigkeiten durch Einsatz von neuen Technologien ersetzbar sind. Ist das jetzt eigentlich gut oder schlecht? Ich lese in großen Buchstaben das mein Job nur „niedrig“ Automatisierbar ist und deute das als gutes Zeichen.

Wer steckt hinter dem „Job-Futuromat?

Was wäre denn gewesen, wenn dort 70, 80 oder gar 100% gestanden hätte? Mich bewegte das Thema so sehr das ich geschaut habe was dort hinter steckt. Ich habe im Netz das Ganze recherchiert und einige Studien gefunden und quergelesen. Der Job-Futuromat entstand im Rahmen der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ im Jahr 2016 in Kooperation der ARD mit dem IAB und der Bundesagentur für Arbeit. Das IAB ist eine besondere Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit und erforscht den Arbeitsmarkt. Nun gut, das klingt seriös und scheint alles plausibel, bloß beantwortet es nicht die Frage was gewesen wäre, wenn dort 100% gestanden hätten.

Steuerfachangestelle/r bis zum 83% durch einen Roboter ersetzbar?

Was hätte das für mich bedeutet? Die Frage hinten angestellt fange ich an wie wild Berufsbezeichnungen einzugeben die mir gerade in den Sinn kommen. Ich muss gestehen das mit jeder weiteren Eingabe die Ergebnisse mich weniger geschockt haben und so bin ich Berufsgruppe für Berufsgruppe durchgegangen, die ich vor Augen hatte. Bei einer Gruppe bin ich allerdings hängen geblieben und die hatte folgende Ergebnisse:

„Verwaltungsfachangestellte/r“ 60%, Finanzbuchhalter/in 75%, Steuerberater/in 45%, Steuerfachangestellte/r 83%.

Ist das nicht erschreckend? Haben Sie bei der Berufsgruppe nicht auch Fachexperten vor Augen, ohne die ein Unternehmen nicht funktionieren könnte?

Arbeitslos durch einen Roboter? Der Realitäts-Check.

Nun ja, näher betrachtet hat der Job Futuromat nicht unrecht. So steht in den FAQ´s der Homepage: „Er zeigt vielmehr an, welcher Anteil der Tätigkeiten in diesem Beruf schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen theoretisch ausgeführt werden könnte.“ Was bedeutet das nun für die Unternehmen? Nehmen wir als Beispiel ein Steuerberatungsbüro, dort sind überwiegend Personen aus der Berufsgruppe beschäftigt. Um den rasant steigenden Marktdruck entgegen zu wirken und den digitalen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden setzen sich schon einige mit den Themen der Prozessautomatisierung auseinander. Wir müssen leider feststellen, dass dies häufig nicht gut funktioniert.

Neue Software allein bringt keine Verbesserung. Im Gegenteil.

Sebastian SegerDie universelle Lösung scheint der Einsatz neuer Software zu sein. Gemäß dem Motto, wir haben jetzt eine Software eingeführt, wir arbeiten jetzt digital und müssen doch jetzt besser sein. Leider sehen wir oft das Gegenteil. In den meisten Fällen wird planlos Software beschafft, bestehende schlechte Prozesse digitalisiert und den Mitarbeitern ohne ordentliche Einführung übergestülpt.
Die spürbare Konsequenz ist, die Mitarbeiter sind unzufriedener und weniger produktiv als vorher. Im Grunde sehr schade, da es wenn es richtiggemacht wird, der richtig Ansatz ist um die neuen Möglichkeiten auszunutzen.

Viele Berufe werden sich massiv verändern.

Unsere Projekterfahrung zeigt uns inzwischen, dass der Job Futuromat recht hat. Es ist bloß der Umgang mit dem Ergebnis. Es ist doch toll, dass mit den neuen technologischen Möglichkeiten, den neuen Arbeitswelten und Lean Office sich Berufsgruppen weiterentwickeln können. Wir erleben in unseren Projekten das sich viele Berufe massiv verändern und die Mitarbeiter sich im selben Atemzug mit. Die Unternehmen und Mitarbeiter die dies aktiv tun, haben auch keine Bauchschmerzen beim Ergebnis des Job Futuromaten. Sie sehen den Prozentwert als Herausforderung und als Chance Ihren Arbeitsplatz mit uns gemeinsam zukunftssicherer zu gestalten.

Bildnachweise: Großes Bild – DLR / CC BY 2.0 – Kleines Bild: PJ Nelson / CC BY-SA 2.0

Über den Autor
Sebastian Seger ist Lean Berater bei einfach.effizient. und hat als Schwerpunkt die Einführung von Lean Systemen in den betrieblichen Bereichen Planung, Produktion und Entwicklung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen