Verlernte Achtsamkeit durch die Technisierung der Gesellschaft?einfach.effizient. Unternehmensberatung

Verlernte Achtsamkeit durch die Technisierung der Gesellschaft?

Veröffentlicht von / 16. Mai 2018 / Kategorie: Blog / Tags: , , / Keine Kommentare

Ein Gastbeitrag von Silvia Maria Braumandl:

Mens sana in corpore sano – Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Eine schöne Wunschvorstellung. Nur leider kann eben ein ungesunder Geist auch einen ungesunden Körper zur Folge haben.

Durch die Technisierung der Gesellschaft haben sich die Lebenswelten vieler Menschen grundlegend verändert. Der moderne Lebensstil ist geprägt von Bewegungsarmut und ständiger Geräuschkulisse. Die Gedanken stehen nie still. Selbst nachts liegen viele Menschen wach, weil das Gedankenkarusell permanent kreist. Am Arbeitsplatz sind Faktoren, wie ein gestiegenes Leistungspensum, fehlende Anerkennung und allgemeine Unzufriedenheit dafür verantwortlich, dass sich immer mehr Arbeitnehmer krankmelden.

Dabei fällt auf, dass insbesondere in den letzten Jahren der Anteil an psychischen Erkrankungen als Diagnose deutlich zugenommen hat. Je 1000 AOK-Mitglieder sind im Zeitraum von 2006 bis 2015 die Arbeitsunfähigkeitstage um das Fünffache angestiegen.

Viele große Unternehmen wie Google oder Facebook aber auch SAP und andere haben dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen und bieten ihren Mitarbeitern Kurse und Anwendungshilfen an, um mit Unterstützung achtsamer Körperübungen wie Meditation und Yoga den Geist und die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. In der Regel finden diese Maßnahmen in geschlossenen Räumen statt. Dabei können gerade hier die vielfältigen Erscheinungsformen der Natur sehr hilfreich sein. Seit jeher hat die Natur, sei es durch Wälder, Berge, Seen oder auch nur einen Bachlauf einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen.

Kontakt mit der Natur

Der bewusste Kontakt mit der Natur ruft Gefühle des Behagens und eine entspannte Wachsamkeit hervor. Gleichzeitig nehmen negative Gefühle, wie Wut, Ärger, Groll und Angst ab. Langsames, bewusstes Gehen im Wald, ohne Ziel, frei von Leistungsdruck, frei von allgemeinem Smalltalk über Wetter, Politik und Co. kann wahre Wunder wirken. Ein Aufenthalt in der Natur stellt in der Regel eine Art Auszeit dar. Es entsteht eine Situation, in der Verhaltensgewohnheiten und Problemlösungsstrategien überdacht werden und neue Sicht- und Verhaltensweisen aufkommen können und man wieder zuversichtlicher in den Alltag zurückkehren kann.

Die gelebte Achtsamkeit hilft maßgeblich sich psychisch-emotionalen Belastungen, Stress-Situationen und schwierigen Lebensumständen besser gewachsen zu fühlen, mit sich selbst geduldiger zu werden und besser zu akzeptieren. Das hiermit gewonnene innere Gleichgewicht führt auch zur äußeren Stabilität und damit insgesamt zur echten Lebensfreude, die auch schwierigen Situationen Stand hält. Wir tauchen tief in uns ein. Erfahren unser Selbst in Stille und Frieden und lernen dabei der inneren

Stimme unseres Herzen zu lauschen.

1.Was genau bedeutet „Achtsamkeit“ und warum ist sie so wichtig?

Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Achtsamkeit ist etwas anderes als Entspannung, natürlich ist Entspannung auch wichtig.

Es ist mehr als besonders vorsichtig zu sein oder besonders aufzupassen mehr als Stillsitzen und zur Ruhe kommen. Ein Bedürfnis, sich selbst im Verhältnis zur Welt zu betrachten und zu bewegen. Das Wort Achtsamkeit, oder auch Mindfulness (der englische Begriff hat sich mittlerweile auch etabliert) hat sich zum Fachausdruck entwickelt.

Achtsamkeit ist das ruhige und gelassene Wahrnehmen von allem was in unserem Gewahrsein auftaucht, also auch schwieriger Gedanken und Gefühle die wir gerne verdrängen möchten, weil diese Emotionen und Gefühle vielleicht schmerzen, alte Erfahrungen aufdecken etc..

Achtsamkeit erlaubt uns, dieses eigene Erleben ohne Scheu zu betrachten und mit dem zu sein, was gerade da ist, unabhängig davon, wie schwierig es ist. Dazu braucht es allerdings ein Training. Denn wie wir wissen, kann das was in unserem Gewahrsein auftaucht auch beunruhigend oder gar beängstigend sein. Unverblümt auf die auf die Dinge zu sehen wie sie sind.

2. Warum sind die Menschen nicht mehr achtsam?

Achtsamkeit gab es schon immer aber nie wurde sie so gebraucht wie heute. Wir sind permanent in einem Feuer von Erwartungen sei es Beruf, Familie, Partnerschaft, sowie in einer ständigen Flut von Bildern und Informationen und Ideologien – diese auch abschalten lernen – um wahrzunehmen, was ist. Die eigenen Gefühle und Emotionen wieder kennenlernen und ihnen begegnen und nicht nur von außen gesteuert und bestimmt zu werden.

3. Inwiefern hilft Achtsamkeit bei psychisch-emotionalen Belastungen, Stresszuständen etc.?

Wer achtsam lebt, stellt fest, dass sein Empfinden von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Er entwickelt einen klaren, stabilen Geist, der es ihm erlaubt, auch in schwierigen Lebenszeiten und Situationen mit der Kraft seiner inneren Ressourcen verbunden zu sein.

4. Wie findet man sein inneres Gleichgewicht und inwiefern gibt es äußerliche – Stabilität?

Denkmuster und Verhaltensweisen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben und für ungute Emotionen sorgen wir uns klein, schwach, energielos fühlen vermeintlich ohne „Grund“. Es geht darum diese eigenen Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen zu fühlen und zu verändern.

5. Und wie erreicht man die Lebensfreude, die auch schwierigen Situation standhält?

Zu wirklicher Lebensfreude tragen im wesentlichen unsere Beziehungen zu anderen Menschen bei – nicht nur die partnerschaftlichen Beziehungen auch im täglichen Alltag. Beruf, Freunde, Nachbarschaft, Schule.

Das Selbst und die Welt in ein neues schöpferisches Verhältnis bringen. Achtsamkeit heißt, anders kommunizieren zu lernen, denn alles Leben ist Beziehung. Erst wenn man Menschen empathisch wahrnehmen kann, ohne sie unentwegt zu ranken – zu bewerten, zu beurteilen, wie das in der hypervernetzten Welt leider schon normal ist – erfährt man wirkliche Verbundenheit – die im Wesentlichen zu unserem persönlichen Glück beiträgt.

Achtsamkeitsseminar6. Wie leben Sie persönlich Achtsamkeit und was bzw. welche Orte geben Ihnen Kraft?

Ich persönlich übe Achtsamkeit über Meditation Beruhigung und Stabilisierung des Geistes: Nicht mehr von Gedankenströmen „aufgefressen“ werden. Mit mir selbst geduldiger sein und mich besser zu akzeptieren kein Mensch ist perfekt. Ich übe mich im täglichen Leben darin mit mir einen liebevollen und verständnisvollen Selbstdialog zu führen. Über erlernte Meditationen und Achtsamkeitstechniken im täglichen Leben dann üben und umsetzen und sich daran erfreuen, wie positiv sich die Technik im Alltag zeigt – qausi die Früchte ernten.

Meine Kraft hierzu finde ich in der Natur in den Wäldern des Bayrischen Waldes, in den Alpen und mittlerweile auch an der rauhen Nordsee.

Achtsamkeitsseminar zur erfolgreichen Stressbewältigung

Hinweis: Dies ist ein Gastartikel von Silvia Maria Braumandl – Heilpraktikerin für Psychotherapie. Gemeinsam veranstalten wir das Seminar „Mit Achtsamkeit zur erfolgreichen Stressbewältigung“ am 19. Mai 2018 in Varel/Dangast.

Über den Autor
Als Lean Berater bei einfach.effizient. ist Valentin Tomaschek mit dem Schwerpunkt agile Arbeitsorganisation bestens vertraut und schlägt hier die Brücke zur Digitalisierung.

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